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Ostbelgische Unternehmen Stahlrohre Herregods Franssen

Bei Herregods-Franssen in Eupen baut man auf Stahl

Bei Herregods-Franssen in Eupen baut man auf Stahl

Noch sind zahlreiche Handwerker vor Ort, um dem neuen Gebäude von Herregods-Franssen den allerletzten Schliff zu verpassen.

Das auf den Handel mit Stahlrohren spezialisierte Unternehmen hat vor zweieinhalb Wochen den Neubau in der Eupener Handelsstraße bezogen, um für die Herausforderungen der Zukunft gewappnet zu sein. Anfang Juli 2018 war beim Futtermittelhersteller FriGera in der Eupener Industriezone ein Großbrand ausgebrochen. Der Betrieb verzichtete in der Folge auf einen Neuaufbau und verkaufte das Gelände an Herregods-Franssen.

Der Stahlrohrhändler war bislang in der Eupener Bergstraße, an der Einfahrt zum Josephine-Koch-Park, angesiedelt und erwarb dann das 6.000 Quadratmeter große Gelände im Schatten der Mercedes- Niederlassung, wo seit April 2020 neben einer Bürofläche von 350 Quadratmetern eine Lagerhalle (2.000 Quadratmeter) entstand.

Investition in der Handelsstraße von rund drei Millionen Euro
„Alles in allem haben wir hier rund drei Millionen Euro investiert“, sagt William Heck, einer von drei Geschäftsführern, mit Blick auf das Großraumbüro, in dem die Mitarbeiter sitzen, von denen die meisten seit vielen Jahren für den Betrieb arbeiten. Im hinteren Teil des Geländes stehen nach wie vor rund 2.000 Quadratmeter zur Verfügung, um für eine weitere Expansion gerüstet zu sein. Seit zweieinhalb Wochen läuft der Betrieb in den Büros, die von dem Architekten auf einem Anbau untergebracht wurden. Dieser wurde auf Stahlrohren errichtet, mit denen an die Tätigkeit des Betriebes erinnert wird.

Das Unternehmen Herregods-Franssen erwirtschaftet einen Jahresumsatz von 20 Millionen Euro und ist dennoch vielen Menschen in der Region unbekannt. „Dies hat in erster Linie wohl damit zu tun, dass wir in einer absoluten Nische aktiv sind“, weiß William Heck.

Dessen Onkel Roger Franssen hatte den Betrieb 1988 zusammen mit Willem Herregods gegründet. Beide hatten zuvor zusammen in einem Lütticher Unternehmen gearbeitet, wo der eine für den Einkauf und der andere für den Verkauf zuständig war. Deshalb kannten sie sowohl die Lieferanten- als auch die Kundenseite. „Die ursprüngliche Idee war, Vermittler zwischen Deutschland und Belgien für die Stinnes Rohrunion zu sein.

Die Ambitionen unserer Vorgänger waren damals relativ gering“, berichtet der 45-Jährige. Heute beschäftigt das Unternehmen zwölf viersprachige Mitarbeiter, zehn in Eupen, unter ihnen zwei Auszubildende, und zwei am Standort in Onkerzele. 1994 wurde an den Standorten in Eupen (Franssen) und Onkerzele (Herregods) personell aufgestockt, eine Aktiengesellschaft gegründet und die Zusammenarbeit mit anderen Partnern auf den Weg gebracht. Erste Rahmenverträge für Hochofenbrennrohre, für die Zulieferindustrie in der Automobilbranche oder CMI Lüttich wurden unterzeichnet.

„Diese bedeuteten eine große Kontinuität und waren ein Überlebensgarant für die Firma. Mit der Referenz CMI haben wir uns einen Namen gemacht und sind in die Energiebranche eingestiegen“, erzählt William Heck aus der Geschichte des Unternehmens. In der Anfangsphase hatte Herregods- Franssen ein Büro in den Loten, bevor die Firma sieben Jahre Räume im Quartum Center im Eupener Ortsteil nutzte, später in die Eupener Innenstadt zog und dort durch die priviligierte Lage gegenüber des Clown- Denkmals an Visibilität gewann.

2005 verließ William Heck das Familienunternehmen Jean Heck Eupen und heuerte bei seinem Onkel an. Bei ihm lernte er das Geschäft fünf Jahre von der Pike auf. Die Anteile von Willem Herregods wechselten in diesem Jahr den Besitzer, bevor 2010 Roger Franssen sich von seinen Anteilen trennte. Heute bilden William Heck, Tom Steffens und David Martens die Geschäftsführung.

Der erfahrene Unternehmensberater Tom Steffens stieg 2018 ein, Diplom-Kaufmann David Martens leitet seit 2007 den Verkauf.

Bei einer Vielzahl von Zulieferern in Europa bezieht Herregods-Franssen die verschiedensten Stahlrohre und ist vor allem im Bereich der Kesselrohre eine feste Größe. Darüber hinaus beliefert Herregods-Franssen seine Kunden auch mit Zubehör, Blechen, Trägern, Profilrohren, Stabstahl und Edelstahl. „Die direkte Konkurrenz sind häufig große Konzerne, und unsere Kundschaft arbeitet gerne mit einem mittelständischen Unternehmen wie dem unseren zusammen“, so Heck.

Rund 1.000 Kunden beliefert der Betrieb jedes Jahr, in Europa, aber auch in den nordafrikanischen Staaten und darüber hinaus. „Unser Vorteil ist, dass wir durch die Vielzahl von Kunden flexibel aufgestellt sind und nicht von Großkunden abhängen. Für uns steht die Qualität im Mittelpunkt“, betont Heck und weist auf die verschiedenen Geschäftsfelder hin, in denen die Kundschaft aktiv ist: begonnen von dem Anlagenbau über die Wärmerückgewinnung bis hin zum Leitungs- und Maschinenbau. „Unsere Kernkompentz ist das Wissen über die gesamte Branche und eine dazugehörige Logistik, durch die wir zu einem Full- Service-Partner werden“, so Heck. Rund 20.000 Tonnen Stahl verkauft das Unternehmen jährlich in kleinen und großen Mengen.

Während bislang vier Lagerstätten (Gelsenkirchen, Charleroi, Lüttich, Eupen) genutzt wurden, konzentriert sich nun alles in der Eupener Handelsstraße. Von dort kann die Kundschaft binnen weniger Tage beliefert werden, insofern das gewünschte Rohr auf Lager ist. „Kunden, die auf Termin bestellen, werden direkt vom Werk aus beliefert“, ergänzt unser Gesprächspartner. In den letzten Monaten habe man sich stark auf die Themen Digitalisierung, Strategie und Entwicklung konzentriert.

Die Branche kämpft aktuell mit Lieferengpässen und Preissteigerungen.
Aktuell kämpft Herregods-Franssen aufgrund von Materialknappheit mit Lieferengpässen von Seiten der Produzenten. Außerdem haben sich die Preise für verschiedene Produkte verdoppelt. „Für manche Rohre ist es so, dass wir bei einem Auftragseingang heute frühestens im Oktober liefern können“, verdeutlicht der Geschäftsführer die Problematik, mit der die Branche zu kämpfen hat: „Wir sind in einer total unvorhersehbaren Situation, in der die Knappheit an Material zunimmt, da den Produzenten die Rohstoffe fehlen.“

Mit dem neuen Bau hoffen die Unternehmer aber für alle Herausforderungen der Zukunft gewappnet zu sein.

Artikel des Grenz-Echo 30.06.2021

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